Der fundamentale Unterschied
Einzelteilfertigung: Sie brauchen ein Teil. Eine Einheit. Der Lohnfertiger programmiert die Maschine, fertigt das Teil und verpackt es.
Serienfertigung: Sie brauchen 50, 100 oder 1000 Teile. Der Lohnfertiger programmiert einmal und produziert dann multiple Einheiten.
Dieser Unterschied hat enorme Konsequenzen fuer Kosten und Zeit.
Das Kostenmodell
Jede CNC-Fertigung hat zwei Kostenkomponenten:
1. Ruestkosten (Setup): Programmierung, Werkzeug-Einstellung, Kalibrierung der Maschine. Das ist Aufwand, der pro Bauteil-Typ anfaellt, nicht pro Teil.
2. Fertigungskosten (Laufkosten): Die Zeit, die die Maschine laeuft. Pro Teil.
Beispiel: Eine einfache Drehwelle
Einzelteilfertigung:
- Ruest-Zeit: 30 Minuten (Programmierung, Werkzeug-Einstellung)
- Fertigungs-Zeit pro Teil: 5 Minuten
- 1 Teil = 35 Minuten Gesamtzeit = z.B. 35 Euro
Serienfertigung (50 Teile):
- Ruest-Zeit: 30 Minuten (einmalig fuer alle 50)
- Fertigungs-Zeit: 50 x 5 Minuten = 250 Minuten
- Total: 280 Minuten = 5,6 Minuten pro Teil = z.B. 5,60 Euro pro Teil
Das ist ein enormer Unterschied: Von 35 Euro auf 5,60 Euro pro Teil - 84% Kostenersparnis!
Ruestkosten senken durch Optimierung
Bei groesseren Serien kann man sogar noch weiter kostenoptimieren:
Bessere Programmierung: Mit Erfahrung kann man die Fertigungs-Zeit reduzieren. Statt 5 Minuten pro Teil vielleicht 4 Minuten.
Mehrspindel-Bearbeitung: Mehrere Teile gleichzeitig auf der Maschine. Das verdoppelt nicht die Zeit.
Spezielle Vorrichtungen: Fuer grosse Mengen (500+ Teile) kann es sich lohnen, spezielle Spannvorrichtungen zu bauen, die die Ruest-Zeit deutlich reduzieren.
Das ist der Grund, warum Massenfertigung so billig ist. Die Ruestkosten werden auf Millionen Teile verteilt.
Wann lohnt sich Einzelteilfertigung?
Einzelteilfertigung ist sinnvoll, wenn:
- Sie nur einen oder wenige Teile brauchen
- Sie einen Prototypen testen moechten
- Sie nicht in grosse Losgroessen investieren moechten
- Sie schnell ein Teil brauchen (Serienruestung dauert laenger)
Die Kosten pro Einzelteil sind hoeher, aber die Gesamtkosten koennen trotzdem niedrig sein, weil Sie ja wenig produzieren.
Minimale Losgroessen
Die Frage ist oft: “Wann wird es wirtschaftlich, in Serie zu produzieren?”
Das haengt vom Teil ab. Eine einfache Welle: vielleicht ab 10-20 Stuecken. Ein komplexes Fraesteil: vielleicht ab 5 Stuecken.
Ein guter Lohnfertiger wird Ihnen sagen, ab welcher Losgroesse sich Serienoptimierung lohnt.
Die Serienfertigung bei Atlas MBD
Bei Atlas MBD haben wir klare Strategien fuer Serien:
- Optimierte Programmierung: Unsere CAM-Techniker optimieren die Bearbeitung fuer maximale Geschwindigkeit.
- Prozess-Kontrolle: Bei Serien machen wir First Article Inspection, dann waehrend des Laufes kontinuierliche Kontrolle (SPC).
- Konsistente Qualitaet: Bei Serie ist es entscheidend, dass alle Teile identisch sind. Wir ueberwachen kontinuierlich.
- Realistische Planung: Wir kalkulieren transparent: Ruestkosten und Laufkosten.
Hidden Costs bei Serien
Achtung: Es gibt versteckte Kosten bei Serien:
Lagerhaltung: Sie erhalten 500 Teile auf einmal. Das braucht Platz und Verwaltung.
Mindestabnahmen: Manche Lohnfertiger verlangen Mindestlosgroessen. Das kann teuer werden.
Aenderungen: Wenn Sie nach 100 Teilen feststellen, dass Sie das Design aendern moechten, kostet das viel, weil die Programmierung angepasst werden muss.
Ein flexibler Lohnfertiger wie Atlas MBD arbeitet auch mit kleineren Mengen und kann schnell anpassbar sein.
Fazit: Die Balance finden
Die entscheidende Frage ist nicht “Einzelteil oder Serie”, sondern: “Wie viele Teile brauche ich wirklich?”
- 1-5 Teile: Klare Einzelteilfertigung. Akzeptieren Sie die hoehere Kostenrate pro Teil.
- 5-50 Teile: Grenzbereich. Serienbeschleunigung lohnt sich schon.
- 50-500 Teile: Klare Serienfertigung. Optimierung lohnt sich.
- 500+ Teile: Massive Kostenersparnis durch hochoptimierte Prozesse moeglich.
Atlas MBD ist flexibel und bearbeitet beide Szenarien mit professionellem Standard. Wir beraten Sie, wie Sie Ihre Kosten optimieren - ob Einzelteil oder Serie.